Wie die Frosch-Strategie Ihren Arbeitstag 50% effektiver macht!

Wie Sie die Frosch-Strategie 50 Prozent effektiver macht

Kennen Sie das Sprichwort »Zeit ist Geld«? Na klar kennen Sie das. Es wird uns ja von Kindesbeinen an eingetrichtert. Nicht ohne Grund, übrigens.

Aber ich wette, dass Sie von der folgenden Empfehlung noch nie etwas gehört haben: »Iss jeden Morgen einen Frosch!« Oder irre ich mich da?

Nun, in wenigen Augenblicken kläre ich Sie darüber auf, was es mit diesem ungewöhnlichen Diätvorschlag zur Steigerung Ihrer Effektivität auf sich hat. Aber betrachten wir vorher noch mal die Gleichung »Zeit ist Geld«.

Effektiver zu sein, heißt Geld zu sparen

Denn wenn wir ehrlich sind – etwas wissen und danach handeln, das sind zwei Paar Stiefel. Wir sind für gewöhnlich Wissens-Riesen, aber Taten-Zwerge. Leider auch im Umgang mit dem Kostbarsten, was wir Menschen auf dieser Erde besitzen: Zeit.

Immer wieder handeln – oder genauer: trödeln – wir, als ob wir alle Zeit der Welt hätten. Dabei ist für uns Menschen sogar die gerade erst verflossene Sekunde unerreichbarer als die allerfernste Galaxie im Weltraum. Denn sogar diesem entrückten Himmelskörper könnten wir uns ja irgendwie nähern – theoretisch, wenigstens. Verflossene Zeit jedoch lässt sich schon aus Prinzip nie, nie wieder zurückholen. Selbst mit der fortschrittlichsten Technik geht das nicht. Zeit, die vergangen ist, ist weg. Sie ist fort. Unwiederbringlich!

Hören wir also auf, unsere Lebenszeit so hemmungslos zu vergeuden wie ein Politiker die Steuergelder. Haushalten Sie gut mit diesem Kapital. Nein, falsch: Knausern Sie lieber auf Teufel komm raus mit diesem Zeitvorrat, so gut Sie können. Überlegen Sie sich: »Wie kann ich meinen Arbeitstag so effektiv und produktiv gestalten, dass sogar die allergierigsten Zeitfresser nicht mehr ›Piep!‹ sagen können?«

Möchten Sie wesentlich produktiver sein und mehr Zeit für die wichtigen Dinge haben?

Die Frosch-Strategie

Schwierig, sagen Sie? Nun, das ist sogar einfacher, als Sie glauben. Sage ich. Ich empfehle Ihnen in den folgenden Minuten eine ganz besondere Zeitkapital-Anlagestrategie. Die Frosch-Strategie nämlich. Diese Frosch-Anlagestrategie bringt Ihnen sage und schreibe 50 % ein. Minimum!

Wie Sie die Frosch-Strategie 50 Prozent effektiver macht - FroschNein, ich bin nicht unter die unseriösen Bankster gegangen. Ich meine das ernst: Einzig und allein mit meiner Frosch-Strategie fahren Sie satte 50 % Produktivitätssteigerung ein. Mindestens. Tag für Tag. Klar, dass sich das für Sie bezahlt macht. In Euro und Cent.

Nun aber mal Butter bei die Frösche … ähm, Fische: Frosch-Strategie? Wie soll die denn funktionieren?

Ganz grob gesagt: Die Frosch-Strategie beeinflusst die Art und Weise, wie Sie Ihren Arbeitstag beginnen. Denn dieser Beginn spiegelt in aller Regel auch das Ende dieses Arbeitstages wider. Anders formuliert: Wenn der Start schon verkorkst ist, können Sie den ganzen Tag als Totalverlust abhaken. Vor diesem Hintergrund führe ich wieder ein Sprichwort an, aber ich kehre seinen Sinn diesmal bewusst um: Anfang gut – alles gut!

Hand aufs Herz: Wie sieht der Anfang Ihres Arbeitstages aus? Wie starten Sie in diese alles entscheidende Phase?

Ich sage es Ihnen auf den Kopf zu: fremdgesteuert!

Total fremdgesteuert!

Und diese fatale Fremdsteuerung hat sogar einen allseits bekannten Namen: E-Mail.

Nanu? E-Mails sollen das Zeug haben, Sie fremdzusteuern?

Glauben Sie es mir: So gut wie jede E-Mail, die über Nacht in Ihren Ordner geflattert ist und die Ihnen nicht gerade weismachen will, dass Sie durch die Einnahme blauer Pillen zur liebesnächtlichen Matratzen-Dampframme werden oder dass ausgerechnet Ihnen von der Witwe des verstorbenen Majors Kitisu aus dem finstersten Afrika angeboten wird, seine vorgeschobenen Dollar-Millionen auf Ihrem Konto zu verwalten – jede wirklich seriöse, geschäftliche oder berufliche E-Mail also ist wie der Faden an einer Marionette. Und diese Marionette sind Sie.

Wobei die Zahl dieser E-Mails gleichbedeutend ist mit der Zahl der Fäden, an der Sie hängen wie eine dieser Gelenkpuppen. Je mehr Fäden, desto weniger Bewegungsfreiheit bleibt Ihnen selbst – und desto mehr Fremdbestimmung müssen Sie in Kauf nehmen.

Achten Sie mal darauf: Jedes Stück Business-Elektropost ist im Kern doch nichts weiter als ein Verlangen nach Aufmerksamkeit, eine hinter höflichen Worthülsen verborgene Aufforderung, Ihre kostbare Zeit zum Wohle eines anderen Menschen zu investieren. Da habe ich doch recht, oder?

Natürlich müssen Sie sich auf diese Wünsche einlassen. So laufen Geschäftsbeziehungen nun mal. Aber Sie sollten den Zeitpunkt wenigstens selbst wählen dürfen.

Wenn Sie sich jedoch schon zu Tagesbeginn ohne den geringsten Widerstand von diesen ebenso unsichtbaren wie unerbittlichen Fäden einwickeln lassen, werden Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den lieben langen Tag über nichts anderes tun, als anderen Leuten zu Willen zu sein. Der wichtigste Mensch in Ihrem Business indes geht dabei leer aus: Sie selbst.

Nicht nur, dass Sie am Feierabend kaputt sind wie ein Hund nach der Fuchsjagd. Sie werden sich überdies so mies fühlen, als seien Sie jener Fuchs gewesen, der von allen Hunden gehetzt worden ist. An Ihnen wird Abend für Abend quälende Unzufriedenheit nagen – die Unzufriedenheit mit sich selbst. Das Lamento fällt in etwa so aus: »Puh, das Wichtigste, was ich eigentlich machen wollte, das habe ich heute gar nicht erledigen können!«

So, und jetzt kommt der Frosch ins Spiel!

Oder anders gesagt: Beginnen Sie Ihren Arbeitstag ab sofort nie wieder mit E-Mails!

Nicht um alles in der Welt!

Wie Sie die Frosch-Strategie 50 Prozent effektiver macht - MailstapelBrechen Sie ab morgen mit dem eingefahrenen Ritual, als Allererstes per E-Mail-Programm Ihren Elektroposteingang zu begutachten. Niemand zwingt Sie dazu. Hören Sie also auf damit, schon beim morgendlichen ersten Pinkelngehen per Handy »mal eben schnell« Ihre Mails zu checken. Oder 20 Sekunden nach dem Hochfahren Ihres Bürorechners.

Hämmern Sie sich dieses ebenfalls umgebogene Sprichwort ein: E-Mails am Morgen – Kummer und Sorgen. Was aber bewirken Kummer und Sorgen? Sie versauen Ihnen den Tag. Sie rauben Ihre Energie. Und sie zerschmettern ihre Zuversicht.

Widmen Sie diese Energie lieber dem Frosch! Damit meine ich eine besonders wichtige Aufgabe, vor der Sie sich am liebsten drücken würden. So, als müssten Sie im RTL-Dschungelcamp einen lebendigen Frosch verspeisen.

Die größten Frösche

Sie und ich, wir alle kennen diese widerlichen Agendapunkte, diese typischen Frösche also. Frösche belasten Sie. Sie kriegen schon Bauchweh, wenn Sie bloß an diese Pflicht denken. Aber genau das sind meistens jene To-do-Punkte, die für Sie geradezu überlebenswichtig sind. Weil nur sie Ihnen als Unternehmer Umsatz und kommerzielle Erträge einbringen.

Wo ich Ihnen schon mit Sprichwörtern gekommen bin, schiebe ich noch eins nach. Diesmal aus dem Amerikanischen: »Eat that Frog!« Iss diesen Frosch! Und die Amis befürworten, dieses Frosch-Ritual tunlichst frühmorgens anzugehen. Denn wenn Sie als Allererstes diese »Business-Dschungelprüfung« geschafft haben, können Sie sicher sein, dass Sie das Allerwichtigste und zugleich Allerschlimmste hinter sich haben. Dass Sie wirklich etwas auf die Kette bekommen konnten, das Ihren Erfolg und Ihrem Umsatz nachweislich und handfest gefördert hat. Dass Sie sich nicht in bloßen Aktionismus verrannt, sondern tatsächlich etwas höchst Effektives geschafft haben. Oder schlicht und ergreifend: Wenn Sie morgens einen Frosch verspeisen, kann Sie bis zum Abend garantiert nichts mehr aus der Bahn werfen oder vom Ziel abbringen. Denn Sie haben die entscheidenden Dinge ja bereits getan. Effektiver geht es nicht.

Wobei sich so ein Frosch durchaus aus zwei oder drei verhassten Aufgaben zusammensetzen kann. Egal. Hauptsache, Sie tun sich an diesem Frosch gütlich, erledigen sofort und beherzt diese miesen Obliegenheiten – und können sich dann an wachsenden Erfolgen freuen, die Ihren weiteren Tagesablauf mit Sicherheit deutlich aufwerten werden. Ohne sich durch E-Mails ablenken zu lassen, die, wenn Sie ehrlich sind, oft nur als Ausflucht dafür herhalten, ja bloß keinen Frosch verschlucken zu müssen. Wie Sie sonst noch produktiver werden können.

Also, ran an den Feind – den Frosch. Eins verspreche ich Ihnen in die Hand: Sie werden sich anschließend vorkommen wie ein Riese. Ihr Selbstbewusstsein wird einen Lichtjahre großen Schub nach vorn machen. Sie werden vor Stolz auf sich selbst schier platzen und diesen Stolz auch ganz berechtigt mit in den Feierabend nehmen. Die Welt sieht dann ganz anders aus!

Warum die Effektivität beträchtlich steigt

Klar, dass Sie, wenn Sie von der Marionette zum Energiebündel aufgestiegen sind, Ihre Effektivität um mindestens 50 % steigern. Mühelos. Mehr noch: Sie werden mit deutlich weniger emotionalem Kraftaufwand deutlich mehr schaffen als bisher.

Und alles nur, weil Sie a) die E-Mails morgens erst mal E-Mails sein lassen und sich b) als Erstes eisern einen Business-Frosch einverleiben.

Reservieren Sie für Ihre allmorgendliche Frosch-Mahlzeit am besten zwei Stunden. Falls Sie also um 8 Uhr anfangen, lassen Sie bis mindesten 10 Uhr die Finger von jeder E-Mail. Und wenn Sie es einrichten können: ebenso vom Telefon oder Handy. Seien Sie für niemanden zu sprechen. (Es sei denn, Major Kitisus Witwe will Ihnen gerade die Millionen ihres Verflossenen in bar übergeben. Damit würde ich an Ihrer Stelle aber nicht allzu fest rechnen.)

Ich werde Ihnen anhand einer kurzen Geschichte erläutern, warum diese Frosch-Strategie so bombig funktioniert …

Eine weise Lehrerin möchte ihren Schülern die Bedeutung von »Effektivität« an einem Beispiel vor Augen führen. Sie nimmt dazu einen großen, leeren Glaskrug. Der Krug verfügt über eine große Öffnung, und sie stellt ihn vor sich auf den Tisch.

Dann befüllt sie den Krug vorsichtig bis zum Rand mit froschgroßen (!) Steinen. »Ist der Krug jetzt voll?«, fragt sie ihre Schüler, die unisono ein »Ja!« anstimmen. »Wirklich?«, gibt die Lehrerin mit gespieltem Zweifel zurück und beginnt, in die Öffnung kleinere Kieselsteine einzufüllen. Nachdem sie den Krug geschüttelt hat, verteilen sich die Kiesel in die Hohlräume zwischen den Steinfröschen.

Wie Sie die Frosch-Strategie 50 Prozent effektiver macht - Puzzlesteine Fotolia Sergey NivensDas Fragespiel wiederholt sich – und anschließend kippt die Lehrerin vor den Augen ihrer ungläubigen Schüler Sand in den Krug. Dessen feine Körner finden natürlich reichlich Platz zwischen großen und kleinen Steinen.

Sie ahnen sicher, was folgt. Denn natürlich ist der Krug selbst jetzt noch nicht wirklich voll: Unsere kluge Lehrerin schafft es schlussendlich mühelos, auch noch Wasser in den Behälter zu füllen, das sogar zwischen den feinsten Sandkörnchen noch genügend Raum findet.

Worin liegt das Geheimnis des Glaskrugbefüllens? Am richtigen Anfang. Die Lehrerin hat mit dem Frosch begonnen, mit den größten und schwierigsten Brocken. Sie hätte auch mit dem Bequemsten beginnen können, dem Wasser. Wenn sie das Gefäß damit gleich randvoll aufgeschüttet hätte, wäre kein Platz mehr für die anderen Teile geblieben. Und sogar, wenn sie den Wasserzufluss nach der Hälfte gestoppt und danach zunächst Sand zugekippt hätte, anschließend die kleinen Kiesel und zum Schluss die froschgroßen Steine – spätestens von diesen großen Brocken hätte sie nicht dieselbe Menge untergebracht, wie es beim richtigen Anfang möglich war.

Ergo: Gehen Sie morgens »frosch« ans Werk! Sie schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe:

Sie erledigen wichtige Aufgaben zuverlässig und effektiver. Und steigern zugleich Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Tatkraft.

Tisch frei für die nächsten Aufgaben

Denn haben Sie diese unangenehmen Notwendigkeiten vom Tisch, können Sie sich erleichtert und motiviert an die nächsten Aufgaben machen. Möglichst an einen zweiten Frosch – denn der wird Ihnen dann schon viel leichter durch die Kehle rutschen. Diese Selbstdisziplin wird Sie um 50 % produktiver machen – Minimum. Nehmen Sie mich beim Wort!

Und nicht zu vergessen: Sie beginnen den Tag nicht fremdgesteuert, wie es den typischen E-Mail-Opfern ergeht. Sie nutzen den morgendlichen Elan vielmehr für Ihre eigenen Zwecke und opfern ihn nicht zum Wohle anderer. Und wenn Sie sich dann nach zwei, drei Stunden diesen anderen Menschen widmen, werden Sie es mit spürbar mehr Freude, Hinwendung und Energie tun. Das wiederum steigert die Zufriedenheit mit Ihnen und Ihren Leistungen.

Eins weiß ich aus Erfahrung: Ein Tag, der besser beginnt, wird besser enden. Sie werden zufrieden nach Hause kommen und dann auch wirklich abschalten können. Schließlich haben Sie das Wichtigste ja geschafft und können mit gutem Gewissen Ihre Freizeit genießen. Sie werden sich pudelwohl fühlen. Sie werden den feinen Unterschied zu schätzen wissen zwischen behaglicher Müdigkeit und abgehetzter Erschöpfung. Und zudem den gewaltigen Unterschied erkennen zwischen »Puh, das Wichtigste, was ich eigentlich machen wollte, das habe ich heute gar nicht erledigen können!« und »Super, was ich heute so alles geschafft habe!«

Wie Sie die Frosch-Strategie 50 Prozent effektiver macht - Skyline am Morgen

Noch mal: Vermeiden Sie die fatale Fremdbestimmung – und Sie werden nie wieder im Leben arbeiten müssen. Nicht einen Tag lang. Denn die Tätigkeit, mit der wir unser Geld verdienen, wird dann zum puren Vergnügen. Ein Vergnügen, für das Sie obendrein mehr Geld einstreichen als je zuvor.

Ich kenne Fälle, in denen Unternehmer zu überzeugten Froschfreunden geworden sind. Vor 11 Uhr morgens schauen die sich ihren E-Mail-Eingang gar nicht erst an. Manche klicken sogar erst gegen 14 Uhr auf ihr Outlook oder ein anderes Mailprogramm.

Machen Sie es ebenso, wenn Post für Sie die Pest ist. Machen Sie morgens einen Riesenbogen darum, und setzen Sie sich täglich einen festen Zeitpunkt für die E-Mail-Abarbeitung. Vorher sind diese Zeiträuber absolut tabu.

Wie der Frosch einem nicht durch die Finger rutscht

Und damit Sie morgens nicht vom inneren Schweinehund auf die Matte gelegt werden, sollten Sie am Abend zuvor dafür sorgen, dass dieser fiese Kerl nicht die geringste Chance hat. Wie das geht? Ganz einfach: Heften Sie einen Zettel – beispielsweise ein gelbes Post-it – an den Monitor Ihres Rechners. Dort notieren Sie den »Frosch«, den Sie morgens als Erstes zu schlucken gedenken.

Auch mit dieser Selbstverpflichtung erschließen Sie sich einen Doppelnutzen: Erstens vergessen Sie nicht, was an diesem Morgen am wichtigsten für Sie und Ihr Unternehmen ist. Zweitens haben Sie es am Abend zuvor nach dem Aufschreiben aus dem Kopf. Sie müssen diese unangenehme Aufgabe nicht als geistiges Andenken in den Feierabend nehmen. Sie wissen abends: »Okay, das kommt morgen früh dran. Aber bis dahin genieße ich meinen wohlverdienten Feierabend und fülle bis morgen früh meine Kraftreserven auf, ohne mir durch düstere Gedanken daran die Freude an der Freizeit nehmen zu lassen.« Auch dadurch lassen Sie Ihr Wohlbefinden und Ihre Tatkraft förmlich explodieren.

Übrigens, wie alles im Leben ist auch diese Froschschluckerei am Morgen eine Frage bloßer Gewohnheit. In den ersten Tagen dürfte Ihr Nervenkostüm Tango tanzen. Dennoch, bleiben Sie in dieser entscheidenden Phase am Ball! Jeder Ex-Raucher kann ein Lied davon singen: Die ersten Tage »ohne Stoff« sind die Hölle. Anschließend jedoch werden Sie süchtig nach dem Euphorie-Kick, der daraus resultiert, etwas Ekliges souverän durchgestanden und geschafft zu haben. Sie werden zum gewohnheitsmäßigen Problem-Anpacker – ganz wie von selbst. Klar, dass Sie mit einer derart umtriebigen Einstellung kontinuierlich besser, erfolgreicher, wohlhabender und glücklicher werden.

Und das alles – ich sag’s gern noch mal –, weil Sie Ihrem Elektroposteingang verbieten, sich zum Herrn über Sie, Ihren Tagesablauf und Ihre Ziele zu erheben.

Das ständige Ankommen

Und wo wir schon beim Thema sind: Macht es Sie nicht auch plemplem: Dieses ständige Pling-Pling, wenn eine neue E-Mail hereinkommt? Im Durchschnitt behelligen Sie pro Arbeitstag an die 50 E-Mails; das ist erwiesen. Das macht im Mittel alle 7 bis 10 Minuten eine neue E-Mail – und damit macht es alle 7 bis 10 Minuten »Pling!«

Dieser nervtötende Laut wirkt wie pures Gift auf Ihre Effektivität. Dieses vernichtende Urteil spreche nicht ich allein. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen.

Zu den wissenschaftlich erhärteten Tatsache zählt nämlich, dass Sie bis zu 13 Minuten brauchen, um sich voll und ganz auf eine Aufgabe konzentrieren zu können. Das ist der berühmte und begehrte Flow, jener Zustand, in dem uns alles wie von selbst von der Hand zu gehen scheint.

Wie Sie die Frosch-Strategie 50 Prozent effektiver macht - Ständig Mails am HandyWas aber passiert, wenn Sie nach dem ersten »Pling« schon nach 7 Minuten vom nächsten »Pling« aus Ihrer Konzentrationsfindung herausgerissen werden? Logisch: Sie kommen gar nicht zu ihrer eigentlichen Arbeit. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wieder und wieder werden Sie gestört.

Rausgerissen werden Sie gleich doppelt: Zum einen durch diesen lästigen Signalton (den können und sollten Sie schleunigst abschalten). Und zum anderen durch Ihre brennende Neugierde. Die können Sie nicht einfach so wegklicken. Vielmehr werden Sie gar nicht anders können, als gleich nachzusehen, was da angekommen ist. Ihre angeborene Neugierde zwingt Sie dazu. Diese »Gier zu wissen, was es Neues gibt«, diese Neu-Gier eben, steckt in unserer DNS – seit Urzeiten. Das Band der Neugierde verbindet Sie schnurstracks mit den Höhlenmenschen aus grauer Vorzeit. Auch wenn die Jungs damals im Neandertal noch nicht so intensiv mit E-Mails bombardiert wurden wie wir.

Jedenfalls passiert das: Dieses »Pling!« dringt an Ihr Ohr. Oder Sie werden mit einem optischen Signal darauf gestoßen, dass eine neue E-Mail eingetroffen ist. Und schon kapert diese linke Wehe namens Neugierde das Steuerruder Ihres Denkens. »Es kann ja was Wichtiges sein!«, schießt es Ihnen mechanisch durch den Kopf. Ein schneller Klick, ein schneller Blick – und schon haben Sie sich 13 Minuten erneute Konzentrationsfindung eingebrockt. Das ist fast eine Viertelstunde – für nichts! Erst recht, wenn der Blick nach dem Klick länger dauert. Wenn Sie sich voll reinlesen, voll reindenken – und voll reinfallen in diese Güllegrube namens Ablenkung durch E-Mails.

Und es kommt noch schlimmer. Denn diese Ablenkung endet ja nicht, sobald Sie die E-Mail schließen. Zugegeben, Sie beantworten Sie vielleicht nicht direkt. Aber Sie beschäftigen sich weiterhin gedanklich damit, wenn es etwas Wichtiges war. Dieses Unerledigte macht sich in Ihrem Kopf breit wie die Algenpest bei einem Dorfweiher – und raubt damit dem Dringlichen den Atem. Und während Sie unproduktiv auf der Stelle treten, verschieben Sie die Erledigung dieser E-Mail-Aufgabe in einen Randbereich, den Feierabend etwa oder, noch schlimmer, auf das Wochenende.

Die zwei Effektivitätskiller

Da haben wir schon zwei ziemlich gnadenlose Effizienz-Killer aufgespürt, die in Ihrem E-Mail-Eingang lauern. Killer Nr. 1: Sie beginnen den Tag, indem Sie sich Ihren neuen E-Mails widmen und höchstwahrscheinlich bis zum Abend zu nichts anderem mehr kommen. Killer Nr. 2: Sie lassen sich tagsüber permanent von neuen E-Mails aus dem Flow reißen und vom Wesentlichen ablenken. Lernen Sie außerdem andere Wege zu mehr Produktivität kennen.

Wie Sie den erstgenannten Effizienzvernichter außer Gefecht setzen, habe ich Ihnen vorhin ausführlich dargelegt. Zur Erinnerung: Strafen Sie zu Arbeitsbeginn das E-Mail-Postfach mit totaler Verachtung, und zwar für mindestens zwei bis drei Stunden. Widmen Sie diese Zeit offensiv Ihren »Fröschen«.

Killer Nr. 2 machen Sie unschädlich indem Sie sich zunächst mal vor Augen halten, was E-Mails vom Prinzip her sind: Post. Also die elektronische Reinkarnation der normalen Papierpost.

Und jetzt frage ich Sie: Wie oft am Tag versorgt Sie der Briefträger mit neuer Sackpost? In der Regel nur einmal, oder? Also sollten Sie Ihren E-Mail-Briefkasten konsequenterweise auch nur einmal täglich öffnen und leeren. Danach bleibt er konsequent zu, bis zum nächsten Tag. Basta!

Resultat: Sie beantworten Ihre E-Mails in einem fest abgesteckten Zeitrahmen. Das verschafft Ihnen zusätzlichen Freiraum für jene Kernkompetenzen, die Ihnen wirklich Geld einbringen und Sie damit effektiver machen.