Warum man trotz neuer Techniken nicht völlig auf traditionelles Marketing verzichten sollte

Warum man trotz neuer Techniken nicht völlig auf traditionelles Marketing verzichten sollte

Es lässt sich ohne Übertreibung sagen, dass der Siegeszug von social Media in all seinen Formen das Marketing insgesamt revolutioniert hat. Facebook, Twitter und Instagram eröffnen dem Werbetreibenden heutzutage Möglichkeiten, von denen Unternehmen vor zwanzig Jahren noch nicht einmal zu träumen wagten. Dies betrifft sowohl die Reichweite von Werbung als auch die Treffergenauigkeit in Bezug auf die anvisierte Zielgruppe.

Tradition tot?Die zentrale Frage lautet jedoch, ob mit der medialen Revolution die das Internet mit sich brachte, die verschiedenen Formen des traditionellen Marketings letztlich obsolet geworden sind. Sind diese tatsächlich im Hinblick auf das Kosten/ Nutzen Verhältnis noch zeitgemäß?

Hat die Werbeanzeige im lokalen Dorfblatt oder die Radio- und Plakatwerbung noch eine Chance gegen zielgruppengerecht geschaltete Werbung auf facebook und Co? Die klare Antwort darauf lautet Jein!

ZielgruppeEine Frage der Zielgruppe

Am Anfang einer jeden Marketingkampagne stellen sich zwei Fragen: Was ist meine Zielgruppe und was möchte ich dieser verkaufen? Anhand dieser beiden zentralen Fragen sollte auch folgerichtig die Art der Werbung bzw. der entsprechende Kanal, auf dem man versucht, sie zu erreichen, gewählt werden. Eine andere Form der guten Kommunikation mit Ihrem Kunden finden Sie hier.

So zahlreich und unbegrenzt die neuen Möglichkeiten im Bereich des social media auch erscheinen, sind sie jedoch bei weitem nicht für jede Zielgruppe geeignet. Das liegt schlicht daran, dass nicht jeder Kanal auf dem sich Werbung betreiben lässt, jede Zielgruppe in gleichem Maße erreicht.

Angenommen Sie verkaufen Treppenlifte. Damit wäre der Kern Ihrer Zielgruppe wohl im eher fortgeschrittenen Alter. Wie würden Sie nun versuchen, diese optimal zu erreichen?
Stellen Sie sich die Frage, welche Medien diese Zielgruppe wohl bevorzugterweise benutzen bzw. konsumieren? Würde sich hier eine teure Anzeigenkampagne auf facebook lohnen? Oder würden Sie eher auf eine klassische Werbeanzeige im lokalen Wochenblatt Ihrer Stadt setzen?

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Wie läge nun der Fall, wenn Sie, anstelle von Treppenliften, Headsets für PC Spieler verkaufen würden? Was denken Sie, auf welchem Kanal Sie diese Zielgruppe wohl am besten erreichen würden? Es kann davon ausgegangen werden, dass der überwiegende Teil von PC Spielern im Umgang mit social media wohl bewandert ist und überdurchschnittlich viel Zeit im Internet verbringt. Eine Anzeigenkampagne wie im Falle der Treppenlifte wäre hier bestimmt weniger zielführend, da sie die anvisierte Zielgruppe, Männer zwischen 15 und 35, wohl nur in sehr geringem Maß erreichen würde.

Natürlich sind die beiden Beispiele bewusst plakativ gewählt, um die Bedeutung des Kanals, für den der Werbetreibende sich entscheidet, hervorzuheben. Vermutlich gibt es durchaus auch einige rüstige Rentner, die sowohl regelmäßig facebook benutzen als auch auf einen Treppenlift angewiesen sind. Innerhalb der Zielgruppe dürften sie jedoch kaum die breite Mehrheit stellen und das ist entscheidend. Diese über Facebook oder Instagram zu anzusprechen, wäre vermutlich nur ein Bruchteil so effektiv wie der Versuch, sie über Formen des traditionellen Marketings zu erreichen.

Klassisches Marketing im neuen Gewand

Das Schöne an den Möglichkeiten des Internet ist, dass sie sich auch hervorragend mit den verschiedenen Formen klassischen Marketings kombinieren lassen. Angenommen, Sie betreiben ein mittelständisches Unternehmen in Ihrer Region und es ist dringend erforderlich, dass Sie Ihren bestehenden Kundenstamm erweitern. Sie beschließen daher, dass ein Gewinnspiel mit interessanten Preisen genau die richtige Werbemaßnahme für Ihr Unternehmen ist. Sie könnten nun z.B. einen Radiospot produzieren lassen, mit einer Gewinnfrage und der Bitte eine Email zu schreiben oder anzurufen. Oder Sie investieren in Außenwerbung in Form von Plakaten mit der Aufforderung, an Ihrem Gewinnspiel teilzunehmen. Diese lassen Sie dann an Bushaltestellen und Bahnhöfen aufhängen. So weit, so klassisch.

Doch was wäre, wenn Sie stattdessen einen völlig anderen Ansatz probieren würden. Angenommen, Sie entscheiden sich dafür, für Ihr Gewinnspiel Postkarten mit einem Gewinncode drucken zu lassen und lassen diese dann an alle Haushalte in Ihrer Region zu verteilen. Um an dem Spiel teilzunehmen, muss der Code auf der Homepage ihres Unternehmens eingegeben werden. Der Teilnehmer wird also in jedem Fall auf Ihre Homepage aufmerksam und wird auch einige Zeit dort verbringen. Schließlich erfordert die Teilnahme die Eingabe aller relevanten Kontaktdaten für Anmelden immer nötigden Falle des Gewinns. Es wäre doch geradezu fahrlässig, diese kostbaren Momente der Aufmerksamkeit, die der Teilnehmer nun Ihrem Unternehmen widmet, nicht aufzugreifen und konsequent weiter zu nutzen.

Idealerweise findet er auf Ihrer Homepage nämlich auch die Möglichkeit, sich für einen Newsletter einzutragen oder wird auf Ihren Podcast aufmerksam. Gibt es dort vielleicht regelmäßige Blogbeiträge zu produktrelevanten Themen, die seine Aufmerksamkeit weiter binden könnten?
Der Kreis schließt sich. Diese Tools helfen Ihnen eine optimale Kundenkommunikation aufzubauen.

Der Kreis zwischen klassischer Werbung und neuen Medien hätte sich somit geschlossen. Der Teilnehmer und damit potentielle Kunde wurde gleich auf mehreren Kanälen angesprochen. Zunächst findet er eine Postkarte mit Infos zu ihrem Unternehmen und der Aufforderung zu dem Gewinnspiel in seinem Briefkasten. Oder er findet sie als Beigabe in seiner Tageszeitung. Daraufhin besucht er die Homepage Ihres Unternehmen, da er dort den Gewinncode eingeben muss. Dort bietet sich Ihnen dann die perfekte Möglichkeit, weitere Werbemaßnahmen direkt an ihn heranzutragen.

Lernen von den Großen

Rewe und PennyDie Supermarktketten Rewe und Penny haben kürzlich (und interessanterweise fast zeitgleich) eine ähnliche Form der Werbung für sich entdeckt. Bei jedem Einkauf über zehn Euro erhielt der Kunde im Aktionszeitraum ein Rubbellos mit der Aussicht auf attraktive Gewinne wie Autos oder teure Reisen. Natürlich musste sich der Teilnehmer am Gewinnspiel bei der Eingabe seines Gewinncodes auf der entsprechenden Firmenseite zunächst registrieren. Das raffinierte (und aus marketingtechnischer Sicht höchst interessante) dabei ist, dass der Teilnehmer natürlich jedes Mal, wenn er nach einem erneuten Einkauf weitere Lose erhielt, die Homepage aufsuchen musste, um die neuen Codes entsprechend einzugeben.

Stellen Sie sich einmal vor, welchen zusätzlichen und regelmäßigen traffic dies auf den Seiten von Penny und Rewe erzeugte. Sobald der Teilnehmer erneut auf der entsprechenden Homepage war, bot sich dem Unternehmen natürlich die Möglichkeit, dem Besucher weitere Werbeanzeigen bzw. interessante Angebote zu präsentieren.

Entscheiden Sie von Fall zu Fall

In vielen Belangen liegen die Möglichkeiten traditionellen Marketings hinter denen von Internet und social Media zurück. Dennoch sollte stets von Fall zu Fall entschieden werden, auf welchem Kanal man seine Zielgruppe erreichen möchte. Auch die klassische Plakatwerbung, an der richtigen Stellen platziert, kann letztlich auch im Jahr 2017 durchaus zielführend sein, wenn sie die anvisierte Zielgruppe effektiv anspricht und erreicht.